Damhirschrücken in Haselnusskruste mit glasierten MaronenDieses Gericht, das aus der Feder des Sternekoches Johann Lafer stammt und das ich in der Kerner-Show aufschnappte, ist ein echtes Highlight! Ein absolutes Sonntagsessen, wofür man allerdings auch den kompletten Sonntag für die Vorbereitungen einrechnen sollte. Ich habe für dieses Gericht so ziemlich alles was die Küche an Schüsseln und Gerätschaften her gab auch gebraucht (und danach natürlich abwaschen müssen). Dafür ist es "Perfect Dinner"-tauglich. Und es macht eine Menge Spaß!
Einige Zutaten sind nicht einfach erhältlich, weshalb es sich lohnt, zumindest den Hirschrücken schon eine Woche vorher beim Schlachter zu bestellen. Die Maronen (es handelt sich übrigens um die Esskastanien und nicht die Pilze!) habe ich nur frisch bekommen. Angeblich soll es sie auch vorgekocht geben, was eine Menge Aufwand ersparen würde.
Zutaten (für 4 Personen, darunter lohnt es sich einfach nicht):
- 800g Dammhirschrücken ohne Knochen
- 1 Pk. Butter
- Zweige von Thymian und Rosmarin
- 1/2 Zwiebel
- getrocknete Wachholderbeeren
- 100g Haselnüsse, fein gehackt
- 50g Paniermehl
- 50g Zucker
- 2cl Ahornsirup
- 1 Pk. flüssige Sahne
- 400g Maronen (wenn sie frisch sind, wegen Ausschuss, sonst ca. 200g)
- 1 kl. Fläschen Kirschwasser
- 7 Eier
- 250g Mehl
- ein Gläschen eingelegte Heidelbeeren (zur Not auch eingekocht)
- 1 kl. Bund glatte Petersilie
- Salz
- Pfeffer
- Muskatnuss
Als erstes die Maronen (so sie frisch sind) kreuzförmig oben einschneiden und 7 Minuten in kochendes Wasser geben. Danach von der Schale befreien.
Dann kommen die Spätzle. Dazu 6 Eier in einer Schüssel glatt rühren und langsam das Mehl darin verquirlen Der Teig sollte leicht blasen werfen und ziemlich zäh sein, dann ist er gut. Noch etwas mit Salz, Peffer und Muskat würzen. Dann mithilfe einer Spätzlepresse in reichlich kochendes Salzwasser geben und sobald sie oben schwimmen abschöpfen und kurz mit kaltem Wasser abschrecken. Dann abtropfen lassen.
Den Ofen auf 120 Grad vorwärmen. Butter mit einem Schuss Öl (dadurch wird die Butter nicht schwarz) in einer ofentauglichen Pfanne erhitzen. Den Rücken von allen Seiten gut und heiß anbraten. Thymian- und Rosmarinzweiglein dazu geben und die halbe Zwiebel mit rein legen. Zwei Wachholderbeeren mit der Gabel zerdrücken und darüber bröseln. Alle Seiten mit Salz und Pfeffer würzen. Dann alles in den Ofen stellen und 30 Minuten durchgaren lassen. Zwischendurch immer mal wieder wenden. Danach aus dem Ofen nehmen und bei geschlossenem Deckel mindestens 20 Minuten ruhen lassen.
Jetzt kommt die Kruste. Dazu schlagen wir die zimmertemperierte Butter mit einem Rührer schaumig und geben ein Eigelb zwei zerdrückte Wachholderbeeren und einen gehackten Zweig Thymian dazu. Alles gut durchrühren. Dann werden die gemahlenen Haselnüsse in einer Pfanne ohne Fett kurz angeröstet, bis sie anfangen zu duften und bevor sie schwarz werden (was schnell passieren kann). Zusammen mit dem Paniermehl in die Masse einrühren und durchkneten, bis es eine gut formbare Masse ergibt. Diese auf eine Backfolie dünn und in Hirschrückendurchmesser ausrollen. Dann mit der Folie auf den Hirschrücken legen und vorsichtig abstreifen. Alles sorgfältig an den Braten andrücken, so dass die sichtbaren Seiten komplett mit der Kruste bedeckt sind. Im Ofen wird es nun mit dem Backofengrill einige Minuten überbacken, bis die Kruste leicht bräunlich wird. Danach nur noch warm stellen.
Jetzt werden die Maronen glasiert. Dazu den Zucker in einer Pfanne ohne Fett verflüssigen und sofort mit dem Ahornsirup und der Sahne ablöschen. Ein Stückchen Butter dazu geben. Nun kommen die Maronen dazu und werden mitgedünstet, während die Soße reduziert. Zum Schluss mit Kirschwasser abrunden.
Die Spätzle in einer Pfanne mit Butter durchschwenken und die Preiselbeeren und die gehackte Petersilie dazugeben.
Den Braten in Scheiben mit den anderen Zutaten auf Tellern anrichten, mit der Restsoße der Maronen überträufeln und mit einem Sträußchen Rosmarin und Thymian dekorieren. Die Arbeit hat sich wirklich gelohnt, oder?!